Claudia Schaub

Musikerinnen gehen nicht in Ruhestand

Elisabeth Hangartner<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-umiken.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>7</div><div class='bid' style='display:none;'>912</div><div class='usr' style='display:none;'>32</div>

Elisabeth Hangartner ist seit Mai 1979 Organistin in unserer Kirchgemeinde.
Nun geht sie per Ende Jahr in Pension. In ihrem Berufsleben hat Elisabeth viele Facetten gezeigt: Organistin, Orgellehrerin, Künstlerin. Organisatorin, Berufsstandesvertreterin, Andachtsleiterin. Diese Liste ist nicht abschliessend und lässt erahnen, welch markante Persönlichkeit hier aus ihrer Berufstätigkeit ausscheidet.

Wir danken Elisabeth von Herzen. Für die Klänge, die uns immer wieder berührt und bewegt haben. Für ihre Kraft und Lust und Ideen, die sie eingebracht hat. Für ihr Mitdenken und Anstossen, für ihre ganze Arbeit.
Wir wünschen Elisabeth nur das Beste für sie und ihre Familie!

40 Jahre Tätigkeit
  • was hat sich in dieser Zeit verändert?
  • Was sind markante Ereignisse, die hängen geblieben sind?
  • Wie geht es bei Elisabeth weiter?
  • Und was wünscht sie der Kirchgemeinde für die Zukunft?


Elisabeth Hangartner erzählt:
Der Anspruch an die Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker hat sich in diesen 40 Jahren sehr verändert. Die Musik soll viel stärker den Bedürfnissen des Publikums angepasst werden, „populärer“ klingen, es kommt weniger ‘strenge’ Literatur wie z.B. J.S. Bach zum Zug. Auffällig ist auch, wie in diesen Jahren, vor allem den letzten 10, der Gottesdienstbesuch markant zurück gegangen ist. Durch neue Gottesdienstformen, denen ich übrigens durchaus offen gegenüberstehe, ist es auch schwieriger geworden, die Gemeinde als Ganzes zu erleben, Alt und Jung zusammen zu bringen.

Mir sind viele Ereignisse aus der Vergangenheit sehr präsent. Ein Highlight des Kirchenjahres waren jeweils die Christnachtfeiern, die bis vor ca. 25 Jahren mit Chor und Orchester aus der Gemeinde begleitet und liturgisch gestaltet wurden. Bei diesen Anlässen platzte unsere Kirche jeweils fast aus allen Nähten. Auch diverse Team-Gottesdienste waren stets besondere Erfahrungen, wie z.B. Weltgebetstage, Gemeindesonntage oder Wort-Musik-Gottesdienste. Zwar musste man sich in der Vorbereitung gemeinsam finden, aber es entstand daraus ein lebendiger, vielfältiger Anlass. Unvergesslich für mich ist der Event zu unserer 100. Abendmusik, an dem an einem Abend sechs Konzerte stattfanden und der sehr viel Publikum anlockte. Ganz besonders freue ich mich bis heute, in den Gottesdiensten die Lieder zu begleiten, weil der Gemeindegesang in Umiken einfach besonders schön klingt, auch dann, wenn nur wenig Leute anwesend sind!

Ich weiss natürlich noch nicht, was ich aus meiner Berufstätigkeit vermissen werde. Vielleicht die besonderen Momente beim Einspielen und Einstimmen auf einen Gottesdienst in der leeren Kirche am Sonntagmorgen? Es wird mir wahrscheinlich auch komisch vorkommen, dass mein Jahreskalender viel leerer ist ohne alle die geplanten Dienst-Sonntage. Ich freue mich jedenfalls, dass ich keine 7-Tage-Verfügbarkeit mehr bieten muss, um z.B. kurzfristige Fragen zu Gottesdiensten zu klären oder eine Bestattung zu organisieren.

Musik gehört zu mir und meinem Leben, ich werde weiterhin viel Zeit mit Üben verbringen, sei es an der Orgel oder am Cembalo, mich immer wieder intensiv in ein Werk vertiefen und sicher auch die eine oder andere Orgelvertretung übernehmen, ab und zu noch einzelne Orgelschülerinnen unterrichten und in der Sommersaison weiterhin meine Orgelwanderungen im Val Müstair durchführen. Daneben freue ich mich auf viel Raum für Familie und Freunde, für Spaziergänge und Wanderungen, auf denen ich sehr gerne Vögel beobachte und Pflanzen bestimme. Langweilig wird es mir bestimmt nicht werden!

Für die Zukunft würde ich Gottesdienst-Formen begrüssen, in denen sich Jung und Alt begegnen können, in denen es Platz gibt für alte und neue Lieder, für Tradition und Neues. Ich finde es schön, wenn es in einer Gemeinde viele Anlässe (Bazar, Sommerfest etc.) und auch Gottesdienste gibt, in denen Alt und Jung sich aktiv beteiligen.

Ich wünsche mir, dass meine Nachfolgerin Nathalie Leuenberger mit offenen Armen empfangen wird und die gleiche Unterstützung und Wertschätzung erlebt, wie ich sie in all diesen Jahren erfahren durfte. Die Situation ist in unserer Gemeinde mit dem neuen Organistinnen-Team ideal aufgestellt, damit auch in Zukunft lebendige Kirchenmusik mit Orgel, Instrumenten und Gesang in den Gottesdiensten erklingen kann.

Ein grosser Dank an alle für die konstruktive, schöne Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren!»

Wir verabschieden Elisabeth nach dem Gottesdienst vom 15. Dezember 2019 in Riniken mit einem Apéro.

Für die Kirchenpflege
Andrea Beetschen Schaad
Bereitgestellt: 08.11.2019     Besuche: 79 Monat 
aktualisiert mit kirchenweb.ch